J wie Jugendarbeitsschutzgesetz

Als JAV habt ihr hier die Aufgabe auf die Einhaltung der geltenden Bestimmungen zu achten. Für alle minderjährigen Beschäftigten, also diejenigen die noch keine 18 Jahre alt sind, gelten aufgrund ihres Lebensalters und ihrer Unerfahrenheit im Arbeitsprozess besondere Schutzvorschriften. Gesetzliche Regelungen findet ihr dazu im Jugendarbeitsschutzgesetz (kurz JArbSchG, PDF-Download). Diese Regelungen müssen zwingend eingehalten werden, falls keine günstigeren Regelungen im Tarifvertrag, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag vereinbart wurden. Weiterlesen

A wie Ausbildungsmittel

Als JAV habt ihr die Aufgabe die Einhaltung u.a. von Gesetzen und Tarifverträgen zu überwachen und sich für die Umsetzung dieser einzusetzen, beispielsweise, dass der Arbeitgeber den Auszubildenden Ausbildungsmittel kostenlos zur Verfügung stellt.

Die im Gesetz als “Werkzeuge” und “Werkstoffe” bezeichneten Begriffe sind nur als Oberbegriffe zu verstehen.Unter Ausbildungsmittel zählen alle Arbeitsmaterialien (Fachbücher für die praktische Ausbildung, Handwerkszeug, Geräte, Arbeitskleidung), die zum Erreichen der Ausbildungsziele notwendig sind, diese unterscheiden sich je nach Beruf voneinander. Weiterlesen

Gemeinsamer Leserbrief zur Berichterstattung der TLZ zur zalando-Debatte

Die Autor_innen des Leserbriefes sowie ein Update zur Sache findet ihr am Ende des Beitrags!

Werte Redaktionsmitglieder der Thüringischen Landeszeitung,

am 16.April – einen Tag nach einem kritischen Beitrag des RTL Magazins ‚Exakt’ – setzte sich auch ihr Ansprechpartner für das Wirtschaftsressort Florian Girwert im Wirtschaftsteil der TLZ mit der Unternehmenspolitik Zalandos und im Beitrag dargestellten Arbeitsbedingungen auseinander. Sein Text bestand allerdings fast vollständig aus der unkritischen Übernahme der Darlegungen des Sprechers des Unternehmens Boris Radke. Weiterlesen

Ü wie Übernahme (nach BPersVG und BetrVG)

Als Jugend- und Auszubildendenvertretung, die sich engagiert für die Interessen der Auszubildenden einsetzt, könnt ihr schnell in Konflikt mit dem Arbeitgeber kommen. Damit ihr euer JAV-Mandat ohne Angst vor beruflicher Benachteiligung oder Kündigung ausgestalten könnt, gibt es zahlreiche Schutzvorschriften. Die Übernahme für JAV-Mitglieder und aktiv gewordene Ersatzmitglieder ist im § 78a Betriebsverfassungsgesetzes (BetrVG) bzw. § 9 Personalvertretungsgesetze (PersVG) geregelt.

Einen Anspruch auf Übernahme haben alle aktiven JAV-Mitglieder. In der Praxis kommt es immer wieder zu Streitigkeiten mit den Arbeitgebern über die Auslegung des Gesetzes für dual Studierende, da von ihrer Seite angeführt wird, dass dual Studierende nicht unter die genannten Gesetze fallen. Dies ist aber rechtlich strittig. Der Anspruch besteht auch für Ersatzmitglieder, die mindestens einmal im Jahr vor Beendigung der Ausbildung ordentlich als Ersatzmitglied tätig waren. Um dies im Streitfall nachzuweisen, sollte das Sitzungsprotokoll und die Anwesenheitsliste in jedem Fall festhalten, wenn ein Ersatzmitglied an der JAV-Sitzung teilgenommen hat.

Um euren Übernahmeanspruch geltend zu machen, müsst ihr einige formale Kriterien einhalten. Das heißt, ihr müsst euer Übernahmeverlangen innerhalb der letzten drei Monate der Ausbildung schriftlich stellen. Lasst euch den Empfang des Schreibens bestätigen. Es kann sinnvoll sein, das Schreiben möglichst spät beim Arbeitgeber eingehen zu lassen, weil ihm dadurch weniger Zeit bleibt, gegen das Übernahmeverlangen gerichtlich vorzugehen und ihr länger die Möglichkeit habt nach frei gewordenen Stellen zu suchen. Wurde das Übernahmeverlangen fristgemäß und schriftlich gestellt, gilt ein Arbeitsverhältnis auf unbestimmte Zeit in Vollzeit als begründet.

Der Arbeitgeber hat nur bis maximal 2 Wochen nach Ausbildungsende Zeit dagegen gerichtlich vorzugehen.

Pflichtkurse für Arbeitgeber leider nur ein Aprilscherz

Erfurt/Leipzig. Gestern hat die ver.di Jugend Thüringen sich über die Einführung von Eignungskursen für Arbeitgeber sehr erfreut gezeigt. Als Aprilscherz verpackt hat die Jugendorganisation die Ausbildungsqualität in Unternehmen bemängelt. “Trotz guter gesetzlicher Grundlagen gibt es viele Probleme wie Verstöße gegen das Jugendarbeitsschutzgesetz oder zu wenig qualifizierte Ausbilderinnen und Ausbilder” erklärt Daniel Herold, Jugendsekretär der Gewerkschaft ver.di. “Auch an den Berufsschulen gibt es immer noch Nachholbedarf bei der Ausstattung und der Vermittlung von Ausbildungsinhalten. Besonders fällt uns das im Bereich des Arbeits- und Tarifrechts auf. Immer wieder fragen uns Lehrkräfte an, ob wir Druckfassungen von Branchentarifverträgen oder älteren Auflagen von Gesetzesbüchern zur Verfügung stellen können.”

Nach der Auffassung der ver.di Jugend muss auf der politischen und der betrieblichen Ebene nachgesteuert werden. Der alte Ausspruch “Lehrjahre sind keine Herrenjahre” darf für eine moderne und hochwertige Ausbildung in Thüringen nicht mehr das Leitmotiv sein. Eine gute Ausbildung sowie ein Übernahmeangebot nach der Abschlussprüfung sind wichtige Anreize für junge Menschen, um in der Region zu bleiben. Die ver.di Jugend ist Ansprechpartnerin für alle Ausbildungsberufe im Bereich der öffentlichen und privaten Dienstleistungen und berät neben Auszubildenden auch Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Lehrkräfte der Berufsschulen bei Fragen zu Ausbildungs- und Prüfungsrecht. Weitere Informationen dazu sind auf der Internetseite www.verdi-jugend-thueringen.de zu finden.

Ver.di Jugend begrüßt Pflichtlehrgang für Arbeitgeber

Erfurt. Sehr überrascht zeigt sich die ver.di Jugend Thüringen über die Entscheidung, ab sofort Eignungskurse für Arbeitgeber anzubieten. “Natürlich sind wir froh, dass es endlich ein Vorbereitungskurs für Führungskräfte gibt, auch, wenn wir mit einer so plötzlichen Einführung nicht gerechnet haben. Immerhin ist es für Führungskräfte oft ein Himmelfahrtskommando Jugendliche zu fleißigen Arbeiterinnen und Arbeitern auszubilden und dabei noch die Vorschriften der jeweiligen Ausbildungsgesetze und -verordnungen einzuhalten” so Daniel Herold, Jugendsekretär bei ver.di. “Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, mit den jungen Leuten umzugehen oder anständige Werte zu vermitteln. Wir spüren das deutlich an der Zunahme rauflustiger Auszubildender, die gern Mitglied werden wollen und wir erst einmal ausbremsen müssen.” Inhalt der neuen Schulungen sind neben “Anleiten und Feedback geben” unter anderem auch 40 Wochenstunden Toleranz für unmotivierte Auszubildende und zwei Wochen Bildungsfahrt an eine Berufsschule mit teilsanierten Gebäuden in Thüringen. Die Jugendorganisation der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft erhofft sich nun ein breiteres Verständnis für die Situation der Auszubildenden und eine deutliche Verbesserung der Ausbildungsqualität.

Zum Aktionstag EU-Wahl 29.03. – Über Flüchtlinge und Migration

Global_Activism_colorDie meisten Flüchtlinge fliehen in angrenzende Nachbarstaaten. Weltweit leben insgesamt 81 Prozent von ihnen in Entwicklungsländern, nur wenige erreichen also die USA oder Europa. Davon beträgt der Anteil von Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren 46 Prozent. In Deutschland kommen gerade mal 0,95 Asylbewerber pro 1000 Einwohner.

Stammtischparolen verhöhnen die Menschen! Es ist einfacher sich die vermeintlich Schwächsten rauszusuchen und mit falschen Parolen indirekt verantwortlich für gesellschaftliche Entwicklungen und vielleicht eigene Verantwortungslosigkeit zu machen und Flüchtlinge in die Ecke von Straftätern und Tätern zu stellen. Aber genau das löst Probleme nicht, sondern verschärft sie! Alle Menschen einer Gruppe werden über einen Kamm geschoren, doch es gilt zu unterscheiden in Weiterlesen